Willkommen in unserem besonderen Quartier

Das Hochwachtquartier bietet eine bunte Geschäfts- und Gewerbezone mit vielen Restaurants und kulturellen Highlights wie das Bourbaki-Museum, Gletschergarten und Löwendenkmal. Die dominante Hofkirche erinnert an den Beginn des Hochwachtquartieres, das kontinuierlich die Zürichstrasse hinauf bis zum Maihofschulhaus wuchs. 

Einleitung und Quellenangaben
Hannes Küttel ist Strassengeschichten auf den Grund gegangen, er beleuchtet besondere Häuser und hat über bedeutende, aber häufig wenig bekannte historische Begebenheiten recherchiert. 

Geschichte 

Dieses im vorletzten Jahrhundert „im Wey“ genannte Quartier war anno dazumal mit seinen zwar verlandeten Weihern immer noch feucht. Das Problem des hohen Wasserstandes wurde dadurch umgangen, dass der Weg aus der befestigten Stadt zur Hofkirche entweder stark landwärts über die Hofstrasse oder über die Hofbrücke führte. Beim Bau des Löwendenkmals besass man also noch keine Querverbindung an den See. Erst mit dem Bau des Hotels Schweizerhof und der Anlegung des Schweizerhofquais hatte man das Bedürfnis, die Fremden von ihren Gasthäusern direkt zum Löwendenkmal leiten zu können. Es sollte natürlich eine moderne Strasse sein, die dem verschwenderisch viel Platz einnehmenden, breiten Quai am See ebenbürtig war. Nachdem 1854 das letzte, östliche Stück der Hofbrücke abgebrochen worden war, errichtete man bereits fünf Jahre später die Querachse, die Alpenstrasse, als Verbindung des Seeufers mit dem heutigen Museumsplatz. Dieser wurde allerdings erst im Jahr darauf geschaffen, indem man das Aeussere Weggistor abbrach und die dortige Stadtmauer um 10 Meter kürzte. Als „Hinterland“ der seeseitigen Hotelbauten gewann das Quartier gegen das Löwendenkmal immer mehr an Bedeutung. Zunächst war es noch schwach besiedelt, mit Bierbrauereinen, einer Druckerei und Kleingewerbe. Die Zunahme der Touristen, die von ihrem Hotel am See zum Löwendenkmal pilgerten und natürlich auch Reiseandenken zu kaufen wünschten, führte zum Aufbau verschiedenster Andenkenbuden. Um eine völlig ungeordnete Ueberbauung zu verhindern, wurde ein Bebauungsplan mit einem Raster erstellt und in der Folge ausgeführt. Eine eigentliche Verdichtung der Mietshauszeilen mit einer hohen Wohndichte erfolgte um 1870. Als letztes Relikt des alten Luzern hat sich bis heute die gekrümmte Hofstrasse erhalten. Die Andenkenbuden verschwanden mit der neuen Überbauung, aber jedes zweite Haus besass schliesslich um 1900 einen „Salon d` Art“, d.h. Souvenirshop. In diesem Sinne schrieb 1897 Mark Twain einem Freund, mit welchem er 19 Jahre zuvor in Luzern gewesen war: „Ach, Du würdest Luzern nicht wieder erkennen, bloss die Brücken und neun alte Türme.“